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Wir bieten Ihnen regionale Küche, sowie
saisonale wechselnde Tagesempfehlungen. In der
Biergartensaison genießen Sie Fleisch, Fisch oder
vegetarisches vom Grill.
Während der spanischen Wochen, die meist im
August stattfinden, servieren wir spanische Spezialitäten,
Tapas und Getränke.
Nähere Infos über unsere Spezialitäten finden
Sie hier.
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Zur Geschichte des "Landgasthofs 1610"
(Kirchgrabenstraße 6) in Merklingen
Seit dem 15. Jahrhundert
stand an der Ecke, wo sich Kirchgrabenstraße und Hintere
Straße treffen, das alte Rathaus des Herrenalber Klosterdorfs
Merklingen. In der "großen Stube" wurden Gerichtssitzungen
abgehalten, Hochzeiten gefeiert und Wein ausgeschenkt. Im
Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes betrieb der Amtsbader
die Badestube, wo sich die Merklinger scheren, schröpfen und
schrubben lassen konnten
1507
verkaufte das Kloster Herrenalb die Badestube an den Bader
Clas von Heimsheim mit der Auflage, dass die große Stube, "wie
von altersher gebräuchlich", von der Gemeinde als Ratsstube
genutzt werden durfte. Der Amtsbader Clas hatte auch die
anderen Dörfer des Klosteramts Merklingen zu betreuen:
Althengstett, Gechingen, Simmozheim und Hausen.
Im Dreißigjährigen Krieg
wurde über ein Drittel der Häuser in Merklingen zerstört,
darunter auch das Rat-und Badehaus. Der Platz blieb lange
unbebaut.
1610
wurde das Gebäude des heutigen Landgasthofs erstmals
urkundlich erwähnt. Es war gegen Ende des 16.Jahrhunderts auf
dem Nachbargrundstück des ehemaligen Rathauses errichtet
worden und war um 1700 im Besitz des Amtsschreibers Gönner.
1712
kaufte der Schuhmacher Hans Lechler das Grundstück des alten
Rathauses und errichtete dort ein Wohnhaus, das im 2.Weltkrieg
abbrannte. Heute ist der unterkellerte Platz Teil des
Biergartens.
1719
verkauften die Erben des Amtsschreibers das Gebäude des
heutigen Gasthof an das württembergische Klosteramt
Merklingen. Seither diente es als Amtsschreiberei. Hier wurden
von nun an die Kaufverträge, Heiratspakte und
Erbschaftsteilungen der Merklinger besiegelt. Die Arrestzelle
hat sich bis heute erhalten. Das Amt des Schreibers war im
Herzogtum Württemberg wegen seiner beträchtlichen Einkünfte
sehr begehrt. Ein Merklinger Amtmann klagte einstmals über das
Wohlleben seines Schreibers, er fahre des Sommers in der
Kutsche und des Winters im Schlitten.
1810 bis 1816
war Friedrich Karl Gangloff aus Leutkirch Merklinger
Amtsschreiber. Sein Sohn, Karl Wilhelm Gangloff (1790 -1814),
ein Naturtalent als Zeichner und Maler, stand in
freundschaftlichem Kontakt mit den Dichtern der schwäbischen
Romantik: seinem Vetter Karl Mayer, Ludwig Uhland und Justinus
Kerner. In romantischer Begeisterung für das Mittelalter
begann er das Nibelungenlied zu illustrieren. Durch
Vermittlung des Verlegers Cotta und des Kunstsammlers Sulpiz
Boisserée, den er auf einer Reise zu dessen berühmter
Ausstellung mittelalterlicher Kunst in Heidelberg kennenlernte,
konnte der begabte junge Künstler seine unbefriedigende
Tätigkeit als Gehilfe seines Vaters in der Merklinger
Amtsschreiberei beenden und ein Kunststudium bei Dannecker in
Stuttgart beginnen. Jedoch kehrte er bald, krank und
enttäuscht von den akademischen Lehrmethoden, nach Merklingen
zurück und starb hier am Tag vor seinem 24. Geburtstag an
einem "nervösen Fieber".
Im 19.Jahrhundert
kam das Haus in den Besitz der Bierbrauerfamilie Geiger, die
hier drei Generationen lang bis in die 1960er Jahre eine
Brauerei mit Gastwirtschaft betrieb.
1991
eröffnete der neue Besitzer, Johannes Haag, in dem vorbildlich
restaurierten Gebäude den "Landgasthof 1610". |